Bettgedanken
Kennt ihr das, wenn ihr im Bett liegt, aber eure Augen nicht geschlossen bleiben wollen?
Ich denke schon.
Es sind die kreisenden Gedanken, die in mir schwirren und für genug Chaos und dadurch auch für naja…interessante Nächte sorgen.
Es ist schon merkwürdig. Ich will schlafen, aber dann ist da diese riesige Regenwolke mit lauter Problemen, Sorgen und Ängsten.
Zu versuchen die Wolke beiseite zu schieben klappt nicht sonderlich gut.
Die Wolkenwand zu lichten auch nicht.
Die letzten Nächte gab ich mich also einfach dem Schicksal der Wolken hin – mit dem Ergebnis, dass ich einen merkwürdigen Traum nach dem anderen hatte. Traumregen.
Und das ist auch der Punkt, warum ich Träume hasse. Ich werde mit Problemen konfrontiert, die ich absichtlich verbannt habe. Und damit es noch besser wird, sind dass nicht einfach nur Träume, sondern interaktive Träume. Inwieweit das jetzt von Vorteil ist, lässt sich bestreiten. Ich nehme es einfach mal so hin.
Ich versuchte mir also zu erklären, wieso das überhaupt alles so ist, wie es jetzt ist. Nun ja. Dazu mal ein kleiner Abriss aus meinem jetzigen Leben.
Ich wohne jetzt seit fast zwei Monaten in Erfurt. Bäm. Keine weitere Bezugsperson außer mein Lieblingsmitbewohner Tim. Ihm verdanke ich echt viel, unter anderem, dass ich nicht dem Wahnsinn verfalle. Aber sonst? Naja. Ich kenne in Erfurt trotzdem so gut wie keinen.
Zwei vom Studium in Jena. Einer davon total sozial inkompetent, redet kaum mit mir. Die andere doch ziemlich nett und aufgedreht.
Aber zum Glück gibt es dann ja Freitags den PIRATEN Stammtisch. Wuhu. \o/ Socializing galore!
(Okay, auch blöd, wenn man Anfangs keinen kennt. Und wenn ich niemanden kenne, dann bin ich ja auch nicht der redseligste.)
Und dann bin ich jetzt seit fast drei Monaten mit Timo <3 zusammen. Hach. <3
Ist zwar toll, aber dafür, dass wir uns den kompletten November gar nicht sehen können, gehts mir auch dementsprechend. Das macht die o.g. Problematik übrigens auch nicht besser. Im Gegenteil.
Studium. Soziologie. Humangeographie.
Soweit Super. Einziges Problem: Der enorme Druck, nicht wieder alles zu versauen, weil es meine zweite und letzte Chance ist. Und das gepaart mit Versagungsängsten.
Manchmal möchte ich dem ganzen einfach nur entfliehen. Das Studium hat zwar erst angefangen, aber ich fühle mich dennoch leicht erschlagen davon.
Familie? Das, was mir wirklich zu schaffen macht ist, mein Brüderchen nicht mehr regelmäßig sehen zu können. Ich bin doch so vernarrt in den kleinen. Immerhin wird er jetzt auch schon 8 Monate.
Und weil dem ja immer noch nicht genug ist, sind da immer noch gewisse Schatten aus der Vergangenheit. Das ist das, was die Wolken so dunkel in ihrem Innersten macht.
Und doch möchte ich doch gerade nur eines:
In den Armen meines Freundes liegen und mal eine Nacht seelenruhig schlafen. Hoffentlich ist letzteres dann auch Anfang Dezember der Fall.
Aber für heute kann ich mir nur eines wünschen: Die Wolken mögen doch bitte nicht so stark regnen. Die Träume zehren doch stark an mir.
Gute Nacht.
Nico


Ein toller Beitrag, hab ich sehr gerne gelesen und kenne ich leider nur zu gut…
Hey, frag doch mal @triffy und @eiskater die auch in Erfurt wohnen ob sie dich nicht mal unter die Fittiche nehmen könnten.
War vor kurzem zu Gast in Erfurt und war begeistert wie toll die beiden zusammen sind und kann das nur empfehlen^^
Liebe Grüße und alles Gute wünscht dir,
@kwetchen